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14. Friedensfestival

Ein Sommer ohne Friedensfest?

Mal im Ernst: Könnt Ihr euch einen Sommer ohne Friedensfestival vorstellen? Wir auch nicht, und darum haben wir uns auch im 14. Jahr in Folge aufgerafft und seit November vergangenen Jahres an einem tollen Programm für Euch gebastelt. Unterstützung bekamen wir dabei von unerwarteter Stelle. Eine Jury unter Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten fand unseren Einsatz für die Flüchtlingsarbeit so vorbildlich, dass sie uns mit einem Preisgeld in Höhe von 2000 Euro bedachte - und das, obwohl man unsere Festzeitung gelesen hatte. Respekt. So viel Toleranz hätten wir den Großkopferten im feinen Berlin gar nicht zugetraut.

Wir sind natürlich nicht so blöde, dieses Geld in teure Bands zu investieren, die unter Benefiz 4000 Euro Kostenerstattung verstehen (gibt es tatsächlich). Haben, wir auch überhaupt nicht nötig, denn in diesem Jahr waren sage und schreibe 130 Gruppen aus ganz Deutschland, Osterreich, Großbritannien und sogar den USA bereit, ohne Gage bei uns aufzutreten. In einer 12-stündigen Marathonsitzung haben wir die besten 13 von ihnen für das diesjährige Fest ausgewählt. Wir hoffen natürlich, dass Ihr von dem Ergebnis begeistert seid, und nun wieder in Massen zu uns pilgert. Wir jedenfalls haben den Spaß an der Sache noch immer nicht verloren, auch wenn wir dafür wieder einmal bis zum Umfallen schuften müssen.

Alle schuften ohne Kohle

Dabei ist es eigentlich schon ein kleines Wunder, daß es uns überhaupt gelingt, dieses Festival Jahr für Jahr wieder personell und finanziell auf die Reihe zu bekommen. Viele von Euch wissen vermutlich immer noch nicht, dass hinter dem Friedensplenum kein großer Sponsor steht und wir auch seitens der Stadt keine Unterstützung bekommen. Unsere einzige größere Einnahmequelle ist tatsächlich der Verkauf von Essen und Getränken - und das bei Preisen, bei denen sich nicht einmal der Weg zum nächsten Kiosk lohnt. Dass es uns trotzdem immer wieder gelingt, mit dem Fest einen stattlichen Betrag für die Flüchtlingsarbeit zu erwirtschaften, ist nur möglich, weil alle Helfer auf dem Platz ohne Kohle schuften und am Ende auch noch ihre (alkoholischen) Getränke aus eigener Tasche bezahlen.

Mehr als eine Party

Die Ruhe selbst: Hussein organisiert dieses Jahr das Friedensfest.

Nun wird sich vermutlich manch einer fragen, warum machen die sich diesen Stress bloß? Die Antwort ist einfach: Wir wollen nicht nur eine tolle Party veranstalten (das ließe sich sicherlich einfacher und gewinnbringender machen), sondern Euch auch zum Nachdenken über politische Themen anregen. Mag sein, daß wir damit nur fünf bis zehn Prozent von Euch erreichen, doch das ist immer noch besser, als den Kopf in den Sand zu stecken.

Bitte an Euch

Unsere Bitte an Euch nimmt sich da vergleichsweise bescheiden aus: Feiert eine friedliche Party, seid tolerant gegenüber Musik und Meinungen, die Ihr nicht mögt, seid geduldig, wenn die Leute hinter dem Bierstand wieder einmal völlig im Stress sind, und schleppt bitte keinen Müll (vor allem in Form von Dosen) auf den Platz. Denn den müssen wir am Montag (inklusive Eurer Zigarettenkippen) auf Knien robbend aufsammeln - es sei denn? Ihr helft uns auch in diesem Jahr wieder beim Aufräumen. Wenn 6500 Leute mit anpacken haben unsere 100 Helfer dann vielleicht auch Zeit, wenigstens nach Mitternacht etwas zu feiern.

FriedensPlenum