Das kleine Ferkel

Dieses Buch ist mehr als ein Kinderbuch, auch wenn es fast niedlich daher kommt. Das kleine Ferkel und der Igel kommen erstmals mit Religion in Berührung und fragen ganz naiv.
Dabei kommen sie in Kontakt mit einem Rabbi, einem Bischof und einem Mufti in ihren lustigen Gewändern. Die Geschichten, die sie ihnen erzählen, machen Ferkel und Igel teilweise Angst. Die Auskünfte, die sie auf ihre Fragen über Gott bekommen, sind auch nicht gerade einladend, um sich der Glaubensrichtung Judentum, Christentum oder Islam anzuschließen. Die beiden lebensfrohen Freunde sind nicht zu überzeugen, dass sie eine Religion brauchen. Liebevoll illustriert durch Helge Nynke und witzig getextet vom schreibgewandten Humanisten Michael Schmidt Salomon ist das Buch ein Heidenspaß für Groß und Klein. Und die Moral von der Geschicht: Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht.

Das allein macht das Buch aber nicht aus. Ein wahres Lehrstück in fehlender Toleranz gegenüber religionskritischen Inhalten ist die Auseinandersetzung um das Buch. Die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen wollte das Buch auf den Index der jugendgefährdenden Schriften setzen lassen, der Regensburger Bischof Müller sah in dem Buch eine „neue aggressive Gottlosigkeit“ und es wurde sogar der Vorwurf des Antisemitismus erhoben, obwohl doch alle drei großen Religionen gleichermaßen angegangen werden. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wollte diesem Antrag jedoch bei der Verhandlung am 06. März 2008 nicht folgen. Der missglückte Zensurversuch und Anschlag auf die Meinungsfreiheit ist auf der Seite www.ferkelbuch.de dokumentiert. Die Erklärungen aller Einzelheiten, die bei der Erstellung des Buches bedacht worden sind, sind unter www.ferkelbuch.de/Verteidigung.pdf nachzulesen.

Wer es sich ganz leicht machen will oder sich einen Eindruck verschaffen will, kann sich das Buch unter folgendem Link www.youtube.com/user/videoteuse#g/c/FBECC01C0037EB43 von seinen Machern, dem Philosophen Michael Schmidt-Salomon und dem Illustrator Helge Nyncke vorlesen lassen und dann noch das Lied „imagine“ vom Illustrator gesungen und vom „kleinen Ferkel“ übersetzt bekommen.Besser ist natürlich die Bestellung beim Verlag www.alibri.de oder im lokalen Buchhandel.

Päule