Das FriedensPlenum hat sich nie gescheut, Regierungen oder Einzelpersonen für ihre Beteiligung an Krieg zu benennen und zu kritisieren. Daher war es nur logisch, dass das FriedensPlenum nicht untätig blieb, als wir erfuhren, dass der frühere Premierminister des Vereinigten Königreiches und mutmaßliche Kriegsverbrecher Tony Blair als Redner beim „Schampus Symposium“ angekündigt war. Wir entwarfen eine Anzeige an die Generalbundesanwaltschaft, mit dem Ziel, dass Tony Blair bei seinem Besuch in Iserlohn festgesetzt und ihm der Prozess wegen Kriegsverbrechen nach dem Völkerstrafgesetzbuch gemacht werden sollte.
Am Eingang der Veranstaltung verteilten wir Flugblätter, um die Teilnehmer darauf aufmerksam zu machen, wem sie aus unserer Sicht da zuhören. Es ist nicht alltäglich, dass ein waschechter Kriegsverbrecher und Kriegsgewinnler unsere wunderbare Waldstadt besucht, auch wenn er davon nur die zahlenden Gäste des Symposiums in Anzügen und die Klone von der Schampus-Uni sah. Er kam an die Ufer des Seilersees, sprach darüber, wie die Eliten Geld mit Umweltschutz verdienen können und kassierte eine fünstelliges Honorar.
Wir haben nicht erreichen konnten, dass die Polizei die Handschellen klicken ließ, um den Kriegsverbrecher einem Prozess zuzuführen, obwohl Tony Blair ohne den Schutz politischer Immunität wegen eines politischen Amtes in Iserlohn war, weil dazu keine Bereitschaft von Seiten der deutschen Sicherheitsbehörden bestand. Wir haben aber so unserer moralischen Pflicht genügt, ihn als Mann ohne Prinzipien zu ächten, der bereit war sein eigenes Volk und die Weltöffentlichkeit zu belügen, nur um seinem guten texanischen Freund einen Gefallen zu tun. Zu diesem Zeitpunkt bestand noch die Gefahr, dass er als EU-Präsident ausgesucht werden könnte. Dafür haben wir ihm die moralische Legitimation abgesprochen.
| Strafanzeige gegen Anthony Charles Lynton Blair wegen Verstoßes gegen das Völkerstrafgesetzbuch § 1 und § 7 Abschnitt 1 Nr. 1 und § 12 Abschnitt 1 Nr. 1
Sehr geehrte Damen und Herren, Begründung: |
| 3 ARP 90/09-2 Datum18. November 2009 Betrifft: Ihre Strafanzeige vom 28. August 2009 Sehr geehrter Herr Bell, Mit freundlichen Grüßen |
Massenvernichtungswaffen als Vorwand
Der Planungen für den Krieg zur Absetzung des Regimes von Saddam Hussein im Irak haben lange vor dem März 2003 begonnen. Sie wurden von einer kleinen Clique im Umfeld von George W. Bush schon vor den Anschlägen vom 11.09.2001 ausgearbeitet. Der Sohn wollte vollenden, was der Vater 1991 nicht durchgezogen hat. Schon im April 2002 versprach Blair bei einem Besuch auf der Ranch von George W. in Texas die Beteiligung britischer Truppen an einer Invasion des Irak. Nach seiner Rückkehr nach London beauftragte er seine Beamten und Militärs Pläne für eine Eroberung zu entwickeln. Es wurde nur noch nach einem vermittelbaren Kriegsgrund gesucht. Als Vorwand wurden die angeblich vorhandenen Massenvernichtungswaffen genutzt. Obwohl der UN-Waffenkontrolleur Hans Blix und sein Team keinen Besitz solcher Waffen feststellen konnten, wurde das Gegenteil gebetsmühlenartig von Blair, Bush und ihren Ministern so lange wiederholt, bis zumindest ein Teil der Bevölkerung es geglaubt hat.
Bei den Politikern war er noch erfolgreicher mit dieser Lüge und konnte im Parlament einen positiven Beschluss für den Einsatz bekommen. Das Militär marschierte, um den „Bösewicht“ zu entmachten, und viele Irakis verloren ihr Leben. Darunter waren viele Zivilisten. Dies geschah nur, um die amerikanische Vorherrschaft in der Region, die Ölinteressen der westlichen Staaten und das Statusinteresse des bedeutungsloser gewordenen Großbritanniens zu befriedigen.
Obwohl die irakische Seite der UN-Resolution 1441 voll zu entsprechen bereit war und völlig ungehinderte Kontrollen zugesagt hatten, stellte der texanische Ranger dem Hussein-Clan ein Ultimatum zum Verlassen des eigenen Landes innerhalb von 48 Std. Besonders zynisch war, dass Bush dabei die irakische Armee aufforderte, keine Massenvernichtungswaffen einzusetzen, von denen er wissen konnte, dass die Iraker über diese gar nicht verfügen. Blair war bei diesem Betrug immer an Bushs Seite. Ein Satz aus Bushs Reden ist uns besonders in Erinnerung geblieben:
KRIEGSVERBRECHEN WERDEN VOR GERICHT GEBRACHT;
KRIEGSVERBRECHER WERDEN BESTRAFT.
Aus diesen Gründen hat John Bell im Namen des FriedensPlenums Anzeige beim Generalbundesanwalt erstattet.
Wer die ganze Begründung lesen möchte, findet diese unter der Rubrik Aktionen auf unserer Homepage www.friedensfestival.de
Das FriedensPlenum wollte so erreichen, dass Tony Blair am 05. September 2009 auf dem Campus der privaten Unternehmerhochschule festgenommen und einer gerechten Strafe wegen seiner Verbrechen gegen die Humanität zugeführt wird.
Das klappte nicht und er konnte (von uns nicht völlig unerwartet) von der Polizei begleitet wieder abreisen. Nach einigen Monaten erhielten wir dann noch eine Antwort der Generalbundesanwaltschaft, die wir hier dokumentieren.
Meint die Generalbundesanwaltschaft wirklich:
- Dieser Krieg war legal?
- Die Nutzung von mit Uran ummantelter Munition sei nicht toxisch?
- Diese Munition werde nur wegen der größeren Durchschlagskraft eingsetzt?
- Streumunition töte nicht absichtlich Zivilisten?
Das sollte man mal den Angehörigen der Zivilisten sagen, die durch von der britischen Armee eingesetzten Streumunition zu Tode gekommen sind. Noch heute leiden Kinder in den Regionen Falluga und Basra unter den Folgen des Einsatzes von abgereicherter Uranmunition. Missbildungen bei der Geburt und Leukämie treten sehr häufig auf. Der Irak ist durch die Ablösung des Regimes von Saddam Hussein nicht sicherer für die Bewohner geworden, Ex-Außenminister Powell musste der Weltöffentlichkeit seinen Betrug der UNO-Vollversammlung zugeben, aber das Öl fließt regelmäßig zu uns und in die USA und die Multis verdienen kräftig mit. Blair hat sich bis heute nicht einmal entschuldigt und verdient durch Vorträge und die Beratung von Wirtschaftsunternehmen sehr gut.
John Bell