Moschee

In meinem Staate kann jeder nach seiner Façon selig werden.
Friedrich II. von Preußen

Freiheit ist immer nur Freiheit des Andersdenkenden.
Rosa Luxemburg

Was der schwarze Fritz und die rote Rosa für selbstverständlich hielten, macht seit 1949 den Wesenskern unseres Grundgesetzes aus. Soll aber heutzutage in Deutschland eine Moschee gebaut werden, ist es mit der Toleranz nicht mehr weit her. So auch in Iserlohn. Als der Plan der muslimischen „Ahmadiyya“- Gemeinde, einen Moscheebau im Industriegebiet Barendorfer Bruch zu errichten, bekannt wurde, schlugen die Wellen hoch. Dabei brachte eine Bürgerbewegung das Kunststück fertig, tausende Unterschriften gegen den Bau sowohl von Islamgegnern als auch von Muslimen zu sammeln.

Muslime kooperieren mit Islamgegnern?

Vielen Muslimen gelten die „Ahmadiyyas“ als Häretiker, da sie sich neben Mohammed noch auf einen späteren Propheten beziehen. Deswegen werden sie etwa in ihrem Herkunftsland Pakistan diskriminiert und dürfen ihren Glauben nicht öffentlich bezeugen. Den meisten Islamgegnern ist diese Differenzierung muslimischer Glaubensrichtungen schon zu viel - sie wollen überhaupt keine Moscheen. Dieser Widerspruch war nicht der einzige bei den Bürgerbewegten. Sie sahen die freiheitlich-demokratische Grundordnung durch die sektenhafte Gemeinde gefährdet und kritisieren ihr Ziel, alle Religionen unter dem Islam vereinigen zu wollen. Dass aber von einer Gemeinschaft, die hier seit über 50 Jahren friedlich ihrem Kult nachgeht und in ganz Deutschland gerade mal etwa so viele Mitglieder hat wie Letmathe Einwohner, irgendeine Gefahr für unser Staatswesen ausgeht, ist natürlich absurd.

Gemeinsam in die Zukunft

Die Gefahren für Deutschland liegen in erster Linie in einer gnadenlosen Umverteilungspolitik von unten nach oben - und übrigens auch in der demographischen Entwicklung. Einige der dümmsten Äußerungen, die man am bürgerlichen Stammtisch hört, sind das Lamento über von Türken aufgekaufte Straßenzüge und den Wertverlust von Immobilien. Dabei wird vergessen, dass es ohne die „muslimische“ Bevölkerungsgruppe in vielen Orten im Westen bereits heute so aussehen würde wie im Osten Deutschlands. Dort sind in weiten Teilen des Landes Immobilien wertlos, weil niemand mehr dort wohnt. Deutschlands Bevölkerung wird rapide schrumpfen und altern. In diesem Prozess sind alle Bewohner dieses Landes aufeinander angewiesen - ob christlich, muslimisch, jüdisch, buddhistisch, sonst- oder nichtgläubig. Nur gemeinsam können wir es schaffen. Toleranz im Sinne des Grundgesetzes ist die Voraussetzung dafür.

FriedensPlenum