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| ISBN 978-3-86789-085-4 224 Seiten - 14,90 Euro |
Wir sind froh, dass Hanna sich spontan bereit erklärt hat, bei uns politische Aktivitäten anzuregen.
Die 24jährige Berlinerin redet nicht nur gern über Politik, sondern sie handelt noch lieber. Wenn sie das wichtig findet, übertritt sie auch bewusst Regeln, um radikale Kritik sichtbar zu machen. Dabei bleibt sie aber immer friedfertig.
Im Februar 2008 stoppte sie einen Transportzug mit 112 Waggons und 332 Bundeswehrfahrzeugen für vier Stunden, um gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr zu protestieren. Das Festketten ihrer Arme in einem Stahlrohr im Gleisbett war nicht ohne persönliches Risiko, aber auch klar kalkuliert und damit nicht verantwortungslos.
Schon 2003 hat sie sich als Protest gegen den Irak-Krieg unter anderem an einer Blockade der Rhein-Main-Airbase beteiligt. Aber auch gegen die weitere Nutzung der Atomenergie, die Abholzung des Regenwaldes und die Ausbringung gentechnisch veränderter Pflanzen setzt sie sich ein. Sie ist unabhängiger Teil der Protestszene und möchte sich von keiner größeren Organisation oder gar Partei vereinnahmen lassen.
Hanna ist Vollzeitaktivistin im besten Sinn. Sie will die herrschenden Verhältnisse durch direkte Aktionen verändern. Sie beschränkt sich aber nicht auf politische Forderungen, sondern verändert auch ihr persönliches Leben. Schon mit 16 leitete sie eine Gruppe der BUND-Jugend und wurde dann Mitglied der Umweltorganisation Robin Wood. Die Artistikausbildung gab sie nach dem Abitur schnell wieder auf, weil sie diese mehr als Hochleistungssport denn als Kunst empfand.
Die dabei erworbenen Fähigkeiten, kann sie aber bei politisch spektakulären Kletteraktionen und Lauf auf großen Stelzen einsetzen. Bis in das private Leben setzt sich ihre politische Haltung fort.
Sie ernährt sich konsequent vegan und versucht wenig Geld zu brauchen, um so von einer abhängigen Beschäftigung unabhängig zu sein. Um ihre Ernährung möglichst kostenarm zu gestalten, geht Hanna containern. Sie ernährt sich also zu einem erheblichen Teil von Wohlstandmüll aus den Müllbehältern von Lebensmittelgeschäften. Wegen dieser besonderen Lebensform ist sie auch Autorin geworden. Ursprünglich sollte sie ein Büchlein über das Containern schreiben. Das war ihr aber zu wenig und so entstand das Buch „Meine Anleitung zum Anderssein“. Ihre mitreißenden Ideen und Handlungsanleitungen können von allen, denen ihre Rede bei uns zu wenig ist, in ihrem Buch nachgelesen werden.
Päule